Mein Rückblick auf 2010 oder welche Bücher ich als gelesen abhaken kann

Ich möchte ein fortlaufendes Tagebuch über die von mir gelesenen Bücher führen. Dabei geht es nicht darum den Literaturkritiker in mir zu finden, sondern eine einfache Chronik der von mir konsumierten Titel zu erschaffen. Rückblickend lässt sich so schnell erkennen, ob ich eher viel oder weniger Zeit zum Lesen gefunden habe und was ich überhaupt verarbeitet habe. Mit zunehmender Anzahl an gelesenen Büchern, aber auch mit fortschreitendem Alter ist das Tagebuch unter Umständen auch einfach eine perfekte Gedächtnisstütze um festzustellen, ob ich ein Buch bereits kenne und ob ich an dem Werk und/oder dem Autor Gefallen gefunden habe oder auch nicht.

Den Anfang bildet ein Rückblick auf 2010, sofern ich mich noch daran erinnere…

Die Millennium Trilogie (Stieg Larsson)

Ich habe vor allem unseren wunderbaren Urlaub in Dänemark im Januar dazu genutzt die Millennium-Trilogie zu lesen. Nachdem mir bereits einige die Bücher empfohlen hatten, brauchte ich noch die Verfilmung des 1. Teils um auch endlich vom Stieg Larsson Virus erfasst zu werden. Die Geschichte wird sehr vielfältig erzählt und hat von Allem etwas. Vor allem ist sie spannend bis zum Schluss und selbst der IT-Teil ist nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen, wie in manch anderen Büchern oder Filmen. Der frühe und mysteriöse Tod des Autors gibt der Trilogie den letzten Kick und lässt den Leser rätseln, was wirklich an der Geschichte real ist und was nicht und ob Larsson sterben musste, weil er zu viel wusste.

Wie auch immer, mir hat die Trilogie sehr gut gefallen und natürlich steht auch schon die BluRay-Box der Trilogie in unserem Regal.

Das Moskaukomplott (Daniel Silva)

Da wir, meine Frau Ina noch deutlich mehr als ich, sehr viele Bücher konsumieren und auch unser Platz begrenzt ist , werden viele nach Gebrauch verkauft oder getauscht. Daniel Silva allerdings gehört zu den Autoren, dessen Bücher wir nicht nur alle gelesen haben, sondern auch in unserem Regal verbleiben dürfen. Vor allem die Geschichten um Gabriel Allon sind immer wieder spannend erzählt. Es geht natürlich mal wieder um Spionage im Umfeld des israelischen Geheimdienstes Mossad. Der Leser trifft wieder auf einige alte Bekannte. Die Geschichte selbst spielt in Südfrankreich und natürlich in Moskau. Wer die anderen Allon Bücher mag, wird auch das neue Abenteuer verschlingen.

Cry (Lisa Jackson)

Lisa Jackson Bücher sind nichts für Leute mit schwachen Nerven. So begibt sich „Cry“ in die menschlichen Abgründe und erzählt die Geschichte eines Serienkillers, der seine Opfer mit einem Tattoo markiert. Spannend bis zum Schluss, ein typischer Lisa Jackson Roman.

Die Harry Hole – Reihe (Jo Nesbø)

  • Der Fledermausmann
  • Kakerlaken
  • Rotkelchen
  • Die Fährte
  • Das fünfte Zeichen
  • Der Erlöser
  • Schneemann
  • Leopard

Nachdem meine Frau ein Nesbø nach dem anderen verschlungen hat, konnte ich mich dem natürlich auch nicht verwehren. Nesbøs Protagonist Kommissar Harry Hole stellt den perfekten Antihelden dar. Er stolpert als Alkoholiker von einem Abgrund zum nächsten und riskiert ständig die Auflösung des Falles, seinen Job und hin und wieder auch sein Leben. Gerade wenn man alle Bücher nacheinander liest, kann man nicht nur die Entwicklung Harry Holes beobachten, sondern auch wunderbar wie Nesbø die Geschichte mit jedem Buch ein wenig dichter und vielschichtiger weiterentwickelt. Absolut empfehlenswert.

Headhunter (Jo Nesbø)

Die Harry Hole – Reihe scheint nach 7 Romanen erst einmal am Ende zu sein. Nesbøs 8. Buch ist ebenfalls ein spannender Thriller. Es handelt von einem Top Headhunter, bei dem plötzlich die heile Welt um ihn herum zusammenbricht.

Auch ohne Harry Hole absolut empfehlenswert.

Limit (Frank Schätzing)

Mit Spannung haben wir alle auf den neuen Schätzing gewartet. Nachdem mich schon der dicke Brocken „Der Schwarm“ nicht abgeschreckt hat, konnten mich auch die 1.300 Seiten von „Limit“ mich nicht vom Lesen abhalten. Schätzing hat schon in verschiedenen Publikationen gezeigt, das seine Visionen der nahen Zukunft nicht ganz unrealistisch sind. So platziert er die Geschichte von „Limit“ in die nahe Zukunft (2023). Asien boomt, viele flüchten aus ihrem tristen Leben in die virtuelle Realität, die Bodenschätze des Mondes werden ausgebeutet, ein Weltraumfahrstuhl betrieben und das erste Hotel auf dem Mond eröffnet. Eigentlich eine maßgeschneiderte Story für einen Science Fiction Fan wie mich. Allerdings verliert sich Schätzing immer wieder in ausschweifenden Beschreibungen, woraus sicherlich die 1.300 Seiten resultieren. Schließlich habe ich es nur meiner Neugierde zu verdanken, das ich mich bis zum Ende durchgebissen habe.

Ich denke 800 Seiten hätten es auch getan und der Spannungsbogen wäre dann nicht immer wieder abgefallen. Schade eigentlich.

Das süsse Lied des Todes (Alicia Giménez-Bartlett)

Im neuen Roman von Alicia Giménez-Bartlett muss Petra Delicado ihren 7. Fall lösen. Es geht um illegale Einwanderung und Kinderprostitution in Barcelona. Wieder einmal steht ihr Subinspector Fermín zu Seite. Das Ermittlerduo passt gerade wegen der großen Unterschiede wunderbar zusammen. Neben dem eigentlichen Fall, erhält der Leser auch immer wieder eine Einblick in das (Liebes-)Leben der beiden Hauptdarsteller.

Wer die anderen Delicado Bücher mochte, wird auch diesen lesen wollen.

Das verlorene Symbol (Dan Brown)

Ich habe im Vorfeld verschiedene Meinungen zu diesem Buch gehört und habe mich dazu entschlossen, diese alle zu verwerfen und mir ein eigenes Bild zu machen.

Der neue Dan Brown knüpft direkt an „Illuminati“ und „Sakrileg“ an. Der Symbologe Robert Langdon steht wieder vor der scheinbar unmöglichen Aufgabe ein uraltes Rätsel der Freimaurer zu lösen. Diesmal spielt die komplette Geschichte in Washington und ist nicht ganz so verworren wie die Vorgänger. Dan Brown erzählt das Abenteuer wieder einmal dermaßen geschickt, das sich interessierte Leser immer wieder fragen, ob das alles der Wirklichkeit entspricht oder ob es sich einfach nur um Fiktion handelt.

Mir hat das Buch gefallen und mich bis zum Schluss gefesselt.

Mensch ohne Hund (Håkan Nesser)

„Mensch ohne Hund“ hat bei mir einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Die eigentliche Geschichte handelt vom spurlosen Verschwinden von 2 Familienmitgliedern nach einer großen Geburtstagsparty. Sie wird spannend erzählt und auch logisch aufgelöst. Allerdings quält der ermittelnde Kommissar den Leser mit seinen seltsamen Versuchen eine Antwort auf die Sinnfrage „Gibt es einen Gott?“ zu finden.

Ich habe das Buch letzten Endes bis zum Ende gelesen, u.a. weil ich zu der Zeit in den USA war und nicht beliebig viele Bücher dabei hatte. Weiterempfehlen kann ich es nicht.

Die Gnadenfrist (Mary Higgins Clark)

„Die Gnadenfrist“ ist mein erster Mary Higgins Clark und ich glaube ihr Stil gefällt mir. Es ist ein grundsolider Krimi, der bis zum Ende spannend bleibt. Da der Roman aus dem Jahr 1977 stammt, fand ich es besonders interessant mal eine Geschichte zu lesen, in der niemand ein Handy oder einen Computer hat. Wo nicht anhand der Spurenlage und deren forensischen Auswertung schon der halbe Fall gelöst scheint. Nein, hier ist die Auflösung des Falles noch echte Handarbeit.

Mary Higgins Clark ist jetzt erst einmal auf meiner Autorenliste und ich bin gespannt auf weitere Bücher aus ihrer Feder.

Code to Zero (Ken Follet)

Mit „Code to Zero“ habe ich seit langem mal wieder einen Roman im Original, sprich in Englisch, gelesen. Da mir in den USA die Bücher ausgegangen sind, musste ich mir dort ein neues kaufen. Wider Erwarten konnte ich selbst bei Barnes & Nobel kein deutsches Buch ergattern und musste so auf ein englisches ausweichen. Ich habe mich mit Ken Follet für einen bekannten Autor entschieden, da kann man nicht so viel verkehrt machen. Zumal wenn man schon etwas von diesem gelesen hat.

Der Roman erzählt eine spannende Spionagegeschichte aus den Hochtagen des kalten Krieges. Es geht um das Wettrennen zwischen den USA und der UdSSR den Weltraum zu erobern und die Verfolgung der Kommunisten in der McCarthy-Ära.

Mal weniger Mord und Totschlag und dafür mehr Thriller. Sehr spannend erzählt und daher eine Empfehlung wert.

Fremder Schmerz (Renate Kaufmann)

„Fremder Schmerz“ ist bereits der 4. Fall mit der Rechtsmedizinerin Leonie Simon. Ja, ich höre schon Einige rufen: „Nicht schon wieder eine Reihe über einen Rechtsmediziner!“. Aber ich glaube ich kann alle beruhigen. Renate Kaufmann konzentriert sich in ihren Romanen auf die Person und nicht so sehr auf die Details ihre Profession. So ermittelt Leonie zum Leidwesen der zuständigen Beamten auf eigene Faust und bringt sich dadurch regelmäßig in Gefahr. Immer wieder aufs Neue entlockt sie den ermittelnden Kommissaren Informationen, die sie eigentlich gar nicht haben dürfte. Dazwischen hadert sie ständig mit ihrem verkorksten Liebesleben und ihrer beruflichen Zukunft.

Wieder zurück in Berlin ist Leonie in „Fremder Schmerz“ einer vermeintlichen Verschwörung auf der Spur, deren Opfer ihr Kollege und dessen Frau geworden sind. Zusätzlich treibt noch ein Psychopath sein Unwesen und führt „Experimente“ mit seinen Opfern durch. Das Buch bleibt bis zur Auflösung spannend. Schon fast typisch für einen deutschen Roman gibt es kein wirkliches Happyend, aber an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten …

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